Motorbootführerschein

Der Begriff Motorbootführerschein ist im Grunde der Oberbegriff für das Bodenseeschifferpatent (Kategorie A), den amtlichen Sportbootführerschein Binnen sowie den amtlichen Sportbootführerschein See. Da auf den SBF Binnen und den SBF See bereits in einem eigenen Beitrag im Detail eingegangen wird, widmen wir uns im Nachfolgenden insbesondere dem Bodenseeschifferpatent.

Bodenseeschifferpatent (Kategorie A)

Kurz BSP, ist das Bodenseeschifferpatent eine in Deutschland gängige Bezeichnung für eine Lizenz zum Führen eines Fahrzeuges auf dem Bodensee. Nach der Verordnung über die Schifffahrt auf dem Bodensee sind sämtliche Fahrzeuge patentpflichtig, welche über einen Maschinenantrieb verfügen, dessen Leistung 4,4 kW bzw. 6 PS übersteigt. Dasselbe gilt für Segelfahrzeuge mit einer Segelfläche von mehr als 12 Quadratmetern.

Interessant zu wissen ist, dass das Bodenseeschifferpatent in Deutschland von den Ländern Bayern und Baden-Württemberg erteilt wird und ohne eine Prüfung ablegen zu müssen, in einen amtlichen Sportbootführerschein Binnen umgeschrieben werden kann. Letzterer berechtigt zum Befahren von Binnenwasserstraßen.

Warum gehen wir hier gerade auf Kategorie A ein? Nun, das Schifferpatent wird nämlich in vier verschiedenen Kategorien erteilt. Die Kategorie A umfasst Fahrzeuge mit Maschinenantrieb über 4,4 kW bzw. 6 PS, sofern sie keine Fahrgastschiffe (Kategorie B) oder Güterschiffe oder schwimmende Geräte mit Eigenantrieb (Kategorie C) sind. Kategorie D umfasst Segelfahrzeuge mit einer Segelfläche von über 12 Quadratmetern.

Dies bedeutet, dass derjenige, der ein Segelfahrzeug mit einer Maschine von mehr als 4,4 kW Leistung führt, über ein Patent der Kategorie A und D verfügen muss. Fahrgastschiffe für maximal 12 Personen dürfen außer mit einem Schifferpatent der Kategorie D ebenfalls mit einem Patent der Kategorie A geführt werden. Größe und Bootslänge sind hierbei nicht ausschlaggebend.

Wer sein Bodenseeschifferpatent Kategorie A in einen Sportbootführerschein See erweitern möchte, kann dies mit einer theoretischen Prüfung tun. Die Praxisprüfung entfällt in diesem Fall.

Voraussetzungen für den Erwerb

Während das Patent für die Kategorien B und C erst bei Vollendung des 21. Lebensjahres und Kategorie D bereits mit 14 Jahren erworben werden kann, darf man bei Kategorie A mit 18 Jahren zum Exam antreten. 

Der angehende Schiffsführer muss seine geistige und körperliche Befähigung nachweisen, ganz besonders ein geeignetes Seh-, Hör- sowie Farbunterscheidungsvermögen. Ein Nachweis von Fahrzeiten auf dem Bodensee und darüber hinaus wird, im Gegensatz zu den Kategorien B und C, nicht verlangt.

Sportbootführerschein Binnen

Um ein Segelboot oder ein Motorboot mit einem Motor mit mehr als 11,03 kW bzw. 15 PS Leistung auf den Binnenschifffahrtsstraßen Deutschlands führen zu dürfen, wird der Sportbootführerschein Binnen unter Motor (kurz SBF Binnen) benötigt. Auf bestimmten Wasserstraßen in Brandenburg und Berlin ist für das Führen eines Segelbootes ebenso der SBF Binnen unter Segel vorgeschrieben! 

Möchten Sie hingegen ein Sportboot mit einer höheren Leistung als 11,03 kW bzw. 15 PS auf den Seeschifffahrtsstraßen Deutschlands führen, dann ist dafür der Sportbootführerschein See notwendig (SBF See). Mehr dazu finden Sie im nächsten Abschnitt und unter Sportbootführerschein.

Voraussetzungen für den Erwerb

Um den SBF Binnen unter Motor machen zu können, muss man ein Mindestalter von 16 Jahren haben. Zur Prüfung für den SBF Binnen unter Segel darf man schon mit 14 Jahren antreten. 

Neben einem bestandenen theoretischen und praktischen Prüfungsteil, müssen zudem eine ausreichende Sehfähigkeit sowie ein ausreichender allgemeiner Gesundheitszustand nachgewiesen werden. Bei Volljährigkeit wird außerdem die Vorlage eines KFZ-Führerscheins als Nachweis ausreichender Zuverlässigkeit verlangt. Bei Minderjährigen muss ein Führungszeugnis vorgelegt werden.

Sportbootführerschein See

Wer ein Segel- oder Motorboot mit einer höheren Leistung als 11,03 kW bzw. 15 PS auf hoher See oder vor einer Küste führen möchte, benötigt den sogenannten Sportbootführerschein See, kurz SBF See. Auch wenn Segeln an sich bei diesem Führerschein nicht geprüft wird, berechtigt er ebenfalls zum Führen von Segelbooten!

Es ist unbedingt darauf zu achten, dass zwar in Deutschland Boote mit bis zu 15 PS ohne einen Sportbootführerschein geführt werden dürfen, im Ausland jedoch andere Vorschriften gelten. In Kroatien beispielsweise, wird für jede Art von motorisiertem Boot der SBF See verlangt. Da der Sportbootführerschein See das Internationale Zertifikat der UN enthält, wird er weltweit zugelassen und gilt ein Leben lang.

Warum Sie die Führerscheinausbildung im Wassersport mit dem SBF See beginnen sollten

Es gibt drei wesentliche Gründe, warum Sie den Erwerb des SBF See anstreben sollten. Zum einen vermittelt die Ausbildung zum Sportbootführerschein See das Basiswissen und -können im Wassersport

Weiters können Sie als Inhaber des SBF See ganz leicht einen SBF Binnen erwerben, indem Sie eine simple Theorie-Zusatzprüfung ablegen. In dieser Reihenfolge sparen Sie sich auch Kosten, während Sie bei umgekehrter Reihenfolge doppelt zahlen müssen!

Zum dritten stellt der Sportbootführerschein See die Grundlage für den Erwerbe aller weiteren Scheine dar. Weiterführende Scheine sind zwar nur bei gewerblicher Tätigkeit vorgeschrieben, dennoch ist es zum Beispiel für Seesegler ratsam einen Sportküstenschifferschein (SKS) zu erwerben. Motorbootfahrer benötigen keine weiteren Scheine.

Voraussetzungen für den Erwerb

Um den SBF See machen zu können, müssen Sie mindestens 16 Jahre alt sein. Neben beiden bestandenen Prüfungsteilen – Theorie und Praxis – muss ein ausreichender allgemeiner Gesundheitszustand wie auch eine entsprechende Sehfähigkeit nachgewiesen werden. Außerdem ist von Volljährigen ein KFZ-Führerschein als Zuverlässigkeitsnachweis vorzulegen. Bei Minderjährigen reicht ein Führungszeugnis gänzlich aus. 

Weiterführende Informationen finden Sie unter Sportbootführerschein See.