Segelschein

Bevor wir auf die einzelnen Segelschein-Arten eingehen, muss eines vorab festgestellt werden: In Deutschland gibt es Sportbootführerscheine, die entweder gesetzlich vorgeschrieben oder freiwillig sind. Sie gehören zu einem aufeinander aufbauenden Führerscheinsystem. Zwingend vorgeschrieben ist ein Sportbootführerschein zum Beispiel dann, wenn man auf See ein Segelboot mit einer Motorleistung ab 11,03 kW bzw. 15 PS führen möchte. Der Sportküstenschifferschein, kurz SKS, dient hingegen dem freiwilligen Nachweis der erworbenen Kenntnisse, und ist nur empfohlen.

Welche Segelscheine gibt es?

Jüngstenschein oder Jüngstensegelschein

Ja, Sie lesen richtig! Tatsächlich gibt es auch für die Kleinen ab 7 Jahren einen Segelschein, auch Jüngstensegelschein genannt. Hierbei handelt es sich um einen Befähigungsnachweis zum Führen altersgerechter Segelboote. Das Ganze darf natürlich ausschließlich unter fachkundiger Aufsicht geschehen und dies nur innerhalb spezifischer zeitlicher und räumlicher Grenzen, beispielsweise im Rahmen der Teilnahme an einer Regatta.

Der Jüngstensegelschein kann von Kindern bzw. Jugendlichen im Alter von 7 bis 14 Jahren erworben werden. Benötigt wird dafür die Zustimmung des Erziehungsberechtigten sowie der Nachweis eines deutschen Jugendschwimmabzeichens in Bronze. Letzteres kann alternativ auch durch ein 15-minütiges Dauerschwimmen ersetzt werden.

Die Prüfung setzt sich aus einem theoretischen und praktischen Teil zusammen. Im theoretischen Teil werden Kenntnisse in den Bereichen Knoten, Behandlung der Segel, einfaches Takling, Kenntnis der Verkehrsvorschriften des lokalen Jüngstenreviers, Pflege eines Segelbootes, Basiskenntnisse der Wettersegelbestimmungen, das richtige Verhalten gegenüber Regatta-Fahrzeugen oder etwa die Grundkenntnisse der Yachtgebräuche mündlich geprüft.

In der praktischen Prüfung muss der Schüler seine theoretischen Kenntnisse auf einem Segelboot umsetzen und anwenden. Dies bedeutet, dass hierfür unterschiedliche Manöver, wie etwa das Rettungsmanöver, sowie Knoten vorzuführen sind.

Grundschein

Der Grundschein stellt den richtigen Einstieg ins Segeln für die Jugend ab 12 Jahren sowie Erwachsene dar. Er basiert vorwiegend auf praktischer Ausbildung und ist prinzipiell als eine Einführung in den Segelsport für Beginner gedacht.

Die Ausbildung findet in der Regel in kleinen Kielbooten oder Jollen statt. Ziel dieses Grundkurses ist, dass der Segler im Anschluss in der Lage ist, sein Boot mit Halsen, Wenden, Schott, Pinne sowie An- und Ablegemanöver zu führen.

Sportbootführerschein Binnen

Da wir den Sportbootführerschein Binnen bereits eingehend in einem separaten Abschnitt behandelt haben, werden wir hier nur übersichtshalber die wichtigsten Fakten hierzu nennen.

Auch unter dem Namen SBF Binnen bekannt, wird der Sportbootführerschein Binnen zum Führen von Sportbooten sowohl unter Segel als auch Motor benötigt, welche eine Länge von unter 15 Metern haben. Mit diesem Schein dürfen ausschließlich Binnenschifffahrtsstraßen befahren werden.

Der Segelschein für das Führen von Sportbooten unter Segel darf ab einem Mindestalter von 14 Jahren gemacht werden. Für Motorboote gilt ein Mindestalter von 16 Jahren. Zusätzlich muss ein ärztliches Tauglichkeitszeugnis sowie ein Führungszeugnis vorgelegt werden.

Dieser Lehrgang erfordert gute Segelgrundkenntnisse, weshalb es vom Vorteil ist, im Vorfeld den Segelgrundschein zu erwerben.

Die Prüfung setzt sich aus einem theoretischen und praktischen Teil zusammen. Im ersteren werden die Kenntnisse in den Bereichen Fahrzeugführung, Binnenschifffahrtsrecht und Seemannschaft geprüft. Der praktische Teil erfordert die Umsetzung dieser theoretischen Kenntnisse auf einem Sportboot, wozu unterschiedlichen Manöver sowie Knoten vorzuführen sind (mehr dazu unter Sportbootführerschein).

Warum sollte man den SBF Binnen machen?

Gesetzlich ist der Sportbootführerschein Binnen für das Führen von Segelbooten ohne Motor zwar nicht vorgeschrieben, aber er wird nichtsdestotrotz von Bootsverleihern als Fähigkeitsnachweis gefordert. Dasselbe gilt für die Teilnahme an Bootsregatten auf Binnengewässern. Zudem bauen alle weiterführenden Führerschein auf dem für den SBF Binnen erworbenen Wissen auf.

Sportbootführerschein See

Der SBF See ist ein Pflichtschein für Hochseeskipper und Motorbootfahrer. Auch diesen haben wir bereits ausführlich in einem separaten Beitrag über Sportbootführerscheine behandelt. Der Vollständigkeit halber jedoch ein paar Eckdaten zu diesem Segelschein-Typ:

Mit dem Sportbootführerschein See dürfen Motorboote und Segelyachten unter Motor mit mehr als 11,03 KW bzw 15 PS auf den deutschen Seeschifffahrtsstraßen geführt werden. Für das Befahren von Seeschifffahrtsstraßen im Ausland muss eine zusätzliche Qualifikation im jeweiligen Land absolviert werden. Darüber hinaus bildet der SBF See die Basis für höhere Küstensegelscheine.

Der Sportbootführerschein See darf bereits ab 16 Jahren gemacht werden. Teilnehmer, die ihr 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, benötigen dafür eine Einverständniserklärung ihres Erziehungsberechtigten. Zudem müssen ein ärztliches Attest sowie ein Führungszeugnis oder ein gültiger KFZ-Führerschein vorgelegt werden. 

Die Prüfung ist wieder in einen theoretischen und praktischen Teil gegliedert, wobei im Theorieteil die Kenntnisse in den Bereichen Navigation, Seeschifffahrtsrecht, Wetterkunde, Fahrzeugführung und Seemannschaft geprüft werden. Im Praxisteil müssen verschiedene Manöver wie auch Knoten auf einem Boot unter Antriebsmaschine vorgeführt werden.

Sportküstenschifferschein

Der Sportküstenschifferschein ist ein Segelschein für Hochseesegler im Küstenbereich. Abgekürzt SKS, stellt dieser Schein so etwas wie ein erstes Karriereziel für einen angehenden Hochseesegler dar.

Für den Erwerb wird ein Mindestalter von 16 Jahren vorausgesetzt sowie der Sportbootführerschein See und der Nachweis von mehr als 300 Seemeilen, die auf Yachten im Küstenbereich ersegelt wurden.

Das Exam für den SKS setzt sich aus einem theoretischen und praktischen Teil zusammen. Beide Teile müssen innerhalb von 2 Jahren abgeschlossen sein.

Im theoretischen Teil wird anhand eines Fragebogens und einer Kartenaufgabe das Wissen in den Bereichen Navigation, Wetterkunde, Schifffahrtsrecht und Seemannschaft geprüft. Wohingegen im praktischen Teil die Kenntnisse über die Yachtführung in Küstengewässern in Form von Manövern und ähnlichen Fertigkeiten vorzuführen sind.

Warum sollte man den SKS machen?

Zwar wird der Sportküstenschifferschein für diejenigen nur empfohlen, die eine Yacht in Küstenrevieren führen wollen, doch wird er von vielen Yachtvercharterern als Nachweis gefordert.

Sportseeschifferschein

Abgekürzt SSS, handelt es sich beim Sportseeschifferschein um einen amtlichen Ausweis, der zum Führen von Yachten – sowohl unter Segel als auch Motor – in küstennahen Seegewässern befähigt. Verbindlich ist er dann Michigan phones , wenn das geführte Sportboot gewerbsmäßig genutzt wird, ansonsten wird er empfohlen.

Der SSS kann bereits ab einem Alter von 16 Jahren erworben werden. Voraussetzungen dafür sind allerdings der Sportbootführerschein See sowie der Nachweis über 1000 Seemeilen, die als Wachführer oder dessen Vertreter auf Yachten in küstennahen Seegewässern ersegelt wurden.

Die Prüfung setzt sind aus einem theoretischen und praktischen Teil zusammen. Im theoretischen Teil, welcher gegebenenfalls mündlich erfolgen kann, werden umfangreiche Kenntnisse in den Fächern Navigation, Schifffahrtsrecht, Wetterkunde und Seemannschaft geprüft. In der praktischen Prüfung wird das theoretische Wissen auf einer Yacht in küstennahen Seegewässern getestet. Neben Pflichtaufgaben wie Radar, Rettungsmanöver, Segeln bzw. Fahren und Seekarte, sind unter anderem ausgewählte Manöver und spezifische andere Fertigkeiten vorzuführen.

Sporthochseeschifferschein

Auch unter dem Kürzel SHS bekannt, stellt der Sporthochseeschifferschein das höchste Ausbildungslevel im Sportbootführerscheinwesen dar. Er befähigt den Besitzer zum weltweiten Führen von Yachten unter Segel oder mit Motor. Für den Privatgebrauch wird der SHS lediglich empfohlen, wohingegen er verpflichtend ist, wenn das geführte Sportboot gewerbsmäßig genutzt wird.

Um zur Ausbildung bzw. zum Exam zugelassen zu werden, muss der Kandidat mindestens 18 Jahre alt sein. Zusätzlich muss der Sportseeschifferschein vorgelegt und zumindest 1000 Seemeilen nachgewiesen werden, die auf Yachten im Seebereich in der Funktion eines Wachführers ersegelt wurden.
Das theoretische Exam kann entweder schriftlich oder mündlich erfolgen. Geprüft werden neben Navigation, Wetterkunde und Schifffahrtsrecht zusätzliche umfangreiche Bereiche wie das internationale Seerecht, das Wissen rund um tropische Wirbelstürme oder etwa die astronomische Navigation. Eine praktische Prüfung muss bei diesem Segelschein nicht abgelegt werden.